Schule trifft Praxis
Manchmal reicht ein Wort nicht. Manchmal braucht es ein Zeichen. Oder zwei Kreise. Oder ein großes W, das zwei Personen und eine Schnittmenge nachahmt. In der Gestaltungs- und Medientechnikklasse von Rosemarie Rau an der Obermayr Business School ging es genau darum: Eine Logo zu entwickeln, das mehr kann als hübsch aussehen. Ein Logo, das verbindet. Ein Logo, das erzählt. Das bleibt.
Der Auftrag kam im September. Und er klang klar: Entwickelt eine Wort-Bildmarke – also ein Logo – oder eine reine Wortmarke für den Verein Walli e.V.. Seitdem dachten die Schülerinnen und Schüler, verwarfen, skizzierten, lachten, diskutierten – und fingen wieder von vorn an.
Ein Verein, der einen Platz bewegt
Walli e.V. fördert Kultur und Kommunikation rund um den Wallufer Platz im Wiesbadener Rheingauviertel. Er organisiert Veranstaltungen, schafft Begegnungen, lädt Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren ein, miteinander zu reden, zu streiten, zu feiern.
Er arbeitet mit Schulen, Kindergärten, Ortsbeiräten und Gewerbetreibenden. Er beantragt Fördermittel. Er plant Projekte. Kurz: Er bringt Menschen zusammen.
Und genau das sollte das Logo zeigen.
Sieben Gruppen, sieben Wege
Mal arbeiteten sie zu dritt, mal zu zweit. Asmin diskutierte mit Debestan über Farbkontraste. Benedikt schob Kreise, bis sie Spannung erzeugten. Rocco testete Schriften. Emily kombinierte Linien. Jorin probierte Formen.
Sie analysierten Zielgruppen. Sie überlegten, wie Kinder reagieren. Wie Senioren lesen. Wie junge Erwachsene klicken. Sie fragten sich: Soll das Logo Abenteuer wecken? Oder Vertrauen schaffen? Soll es laut auftreten oder leise überzeugen?
Am vergangenen Montag präsentierten sie ihre Entwürfe Natascha Cobo vom Verein Walli e.V. Sie zeigten Logos, erklärten Slogans, begründeten Farben. Und sie beschrieben ihre Ideen.
Wenn Farben erzählen
Gelb steht für Freude.
Blau öffnet Himmel und Luft.
Grün lässt Wachstum entstehen.
Rot treibt an, bewegt, pulsiert.
Orange aktiviert.
Schwarz beruhigt, ordnet, klärt.
Die Gruppen griffen diese Bedeutungen auf. Sie verbanden Worte – „Kultur, Erlebnis, Abenteuer“ – verbanden sie mit drei Kreisen. Sie ließen ein W zu zwei Figuren werden, die sich annähern. Sie formulierten Slogans wie: „Platz ist für alle da.“
Sie zeigten ihre Logos, die bunt wirkten, aber nicht beliebig. Rund, aber nicht verspielt. Seriös, aber nicht steif.
Schrift kann Haltung zeigen
Die Schriften wählten sie frei – aber nie zufällig. Etwa Montserrat Alternates Semi Bold, eine Schrift, die strukturiert. Oder Sulker Bold, mit der sie Akzente setzten. Die Vielfalt der Logos setzte sich in der Vielfalt der Schriften fort: Mostra Nuova wirkte elegant. National Park brachte Charakter. Dyna Puff Bold spielte. Segoe Print Bold lockerte.
Mal dominierten harte Linien. Mal flossen runde Formen. Jede Entscheidung erzählte etwas über Haltung. Und immer wieder prüften sie: Funktioniert das Logo auf Plakaten? Auf Flyern? Auf Visitenkarten? Auf T-Shirts? Auf Social Media? Analog wie digital?
Denn ein gutes Logo lebt nicht nur auf dem Papier. Es muss scrollen. Es muss posten. Es muss drucken.
Vielfalt, die sichtbar wird
Frau Cobo zeigte sich nach der Präsentation überrascht von den Gedankengängen und der Vielfalt der einzelnen Arbeiten. Begeistert von der Vielfalt der Schülerschaft, die sich darin spiegelt, was der Wallufer Platz sein will: vielfältig, offen, lebendig. Unterschiedliche Ideen prallten aufeinander. Und eins war ihr gleich klar: die Auswahl wird nicht einfach, denn fest steht: am Ende entstanden mehr als nur sieben Zeichen. Es entstanden sieben Statements – und jedes für sich unheimlich stark.
Damit zeigte die Obermayr Business School, wie Logogestaltung funktioniert: Man denkt. Man probiert. Man verwirft. Man glaubt an eine Idee – und lässt sie wachsen. Und so bekommt der Wallufer Platz bald – neben der neuen Platzgestaltung – vielleicht ein neues Gesicht.
Übersicht der zur Auswahl stehenden Logos:

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